Wandgemälde

 

Vielen Dank, dass Sie sich für dieses Wandgemälde interessieren. Der nachfolgende Text stellt keine Interpretation des Bildes dar, sondern will nur den Sachhintergrund liefern, auf den sich die einzelnen Elemente des Bildes beziehen. Wie das Bild auf den Betrachter wirkt und welche Assoziationen es bei Ihm erweckt, ist allein dessen eigenem Empfinden überlassen.
Unsere Heimatstadt hatte sich seit der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts von einer Stadt der Ackerbürger, Handweber und Handwerker zu einer Industrie- und Arbeiterstadt gewandelt, wobei die Porzellan-, Textil- und Steinindustrie die meisten Arbeitsplätze boten. Daneben war und ist diese Stadt auch Heimat und Wirkungsstätte zahlreicher Kulturschaffender, besonders auf dem Gebiet der Bildenden Kunst und der Literatur. Die Ära der industriellen Fertigung begann in Schwarzenbach mit der Errichtung der mechanischen Weberei Goller im Jahr 1864, deren Fabrikgebäude rechts von dieser Wandgestaltung noch existieren. Dort werden heute Schleifscheiben hergestellt. Mit dem Konkurs der Spinnerei und Weberei AG, die einst bis zu 500 Beschäftigte hatte, endete 1962 die konventionelle Textilindustrie vor Ort. Allerdings werden heute textile Gefüge mit einer anderen Struktur für viele verschiedenen Verwendungszwecke in unserer Stadt hergestellt: das Vliesstoffwerk der Sandler AG gehört zu den weltgrößten Produzenten dieser Art.
Die Porzellanindustrie begann in Schwarzenbach 1882 mit der Gründung eines einschlägigen Betriebs durch Oscar Schaller. 1917 übernahmen die Gebrüder Winterling die Fabrik, die schon mehrere Porzellanfabriken in unserer Region besaßen.  1906 gründete Johann Paulus Kronester eine weitere Porzellanfabrik.  Daneben entstand noch eine Reihe von Porzellanmanufakturen. Der Schwerpunkt der Produktion lag auf der Herstellung von Gebrauchsporzellan. Ein marktgerechtes Sortiment, gelungene Formen und Dekore sowie die gute Qualität der Erzeugnisse führten zu einer steten Aufwärtsentwicklung. Besonders beliebt waren bei den Abnehmern die Dekore „Indisch Blau“ (auf dem Wandbild zu sehen) und „Zwiebelmuster“, die Meißner Vorbildern nachempfunden waren. Nach dem Niedergang der konventionellen Textilindustrie gehörten die Porzellanfabriken zu den größten Arbeitgebern in unserer Stadt. Der wirtschaftliche Strukturwandel nach der Wende führte in der gesamten Region allerdings zum Niedergang der Porzellanindustrie. 1995 stellte Winterling die Produktion ein, 1998 folgte Kronester.
Die die gesamte Bildhöhe füllende Frauengestalt ist die jugendliche Erika Fuchs. Als Erika Petri 1906 in Rostock geboren, heiratete die promovierte Kunsthistorikerin den Ingenieur Günter Fuchs und kam 1933 nach Schwarzenbach. Von 1951 bis zu ihrem Wegzug nach München 1984 übersetzte sie hier alle in Deutschland erschienenen Disneyhefte, mit Vorliebe die Donald-Geschichten. Sie übersetzte nicht wörtlich, sondern spitzte zu, mischte Lokalkolorit und klassische Zitate hinein. Sie schuf neue lautmalende Wörter und kreierte geflügelte Worte, die heute in den allgemeinen Sprachgebrauch Eingang gefunden haben. Erika Fuchs, die 99 Jahre alt wurde und deren Grab sich auf dem Schwarzenbacher Friedhof befindet, gilt heute als bedeutende Sprachschöpferin. Sie ist Namensgeberin des ersten deutschen Museums für Comic und Sprachkunst, das 2015 in unserer Stadt eröffnet wurde.
Die elektrischen Stecker am rechten Bildrand verwandeln sich nach links, zum Teil von der Frauengestalt verdeckt, allmählich in einen Fischschwarm. Solche Fische findet man als Skulptur an vielen Stellen der Stadt. Jeder von ihnen ist individuell von einem Schwarzenbacher Künstler farbig gestaltet. In der linken oberen Ecke tauchen die Farben des Stadtwappens auf: Blau für den Himmel, rot für den Fisch und grün für Wiesen uns Wald. In der rechten oberen Ecke erkennt man noch eine Speicherkarte, wie sie heute zur elektronischen Speicherung von Daten eingesetzt wird.

 

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